Hundehaltung in Mietwohnung – Wie ist die Rechtslage?

Nicht jeder hat das Glück, ein Eigenheim zu besitzen, trotzdem möchten viele Mieter sich einen Hund anschaffen. Was gibt es bei der Hundehaltung in einer Mietwohnung zu beachten? Hundefinder.eu klärt auf:

Einerseits kann es Probleme mit Nachbarn geben, anderseits mit dem Vermieter, wenn man einen Hund in einer gemieteten Wohnung halten möchte. Im Mietrecht gibt es keine Reglungen zum Problemkomplex „Hundehaltung und Mietwohnung“. Deshalb greift das zivilrechtliche Prinzip der Vertragsfreiheit, was nichts anderes bedeutet, als dass der Mietvertrag die Frage, ob Hunde in der Mietwohnung gestattet sind, klärt. Aber auch wenn im laut Mietvertrag Hunde verboten sind, kann der Mieter noch zu seinem Haustier kommen, denn aktuelle Gerichtsurteile unter anderen vom BGH stärken die Rechte des Mieters. Ein pauschales Hundeverbot ist so nicht rechtens.

Im Prinzip unterscheidet man folgende Fälle:
Sieht der Mietvertrag beispielsweise die Erlaubnis vor zur Tierhaltung vor, dann kann man sich auch einen Hund in der angemieteten Wohnung halten. Ausnahmen können gegebenenfalls für gefährliche Rassen gelten. Trotzdem ist es ratsam, den Vermieter über solche geplanten Anschaffungen zu informieren.

BGH: Generelles Hautierverbot nicht rechtmäßig

Hundehaltung in Mietwohnung - Rechtslage?

Hundehaltung in Mietwohnung – Rechtslage?

Sieht Ihr Mietvertrag eine solche Haustierklausel nicht vor oder – noch schlimmer – herrscht ein explizites Verbot, so wird die Sache schwieriger. Ein generelles Haustiererbot ist nicht rechtens. Vielmehr muss bei der Frage, ob ein Haustier angeschafft werden darf, eine Einzelfallentscheidung von Seiten des Vermieters erfolgen. Es ist wichtig, dass diese Entscheidung alle Mietparteien und ihre Interessen würdigt. So müssen neben den Interessen des Vermieters auch die Mieterinteressen und die Interessen der anderen Mieter berücksichtigt werden. Spricht nichts dagegen, dass Sie einen Hund halten, so ist die Erlaubnis zu erteilen.
Nach Ansicht des BGH stellen generelle Verbote eine unangemessene Benachteiligung der Mieter dar. Das entsprechende Urteil vom 20.03.2013 hat das Aktenzeichen Az. VIII ZR 168/12. Hier finden Sie die Pressemitteilung zum Urteil des Bundesgerichtshofs.

Gleichheitsgrundsatz – Gibt es andere Hunde im Haus?

Des Weiteren gilt der Gleichheitsgrundsatz: Der Vermieter darf nicht, wenn zwei gleiche Sachverhalte vorliegen, dem einen Mieter das Recht auf einen Hund zusprechen und dem anderen Mieter nicht. Es ist aber zu beachten, dass auch vergleichbare Sachverhalte vorliegen müssen. Hat eine Mietpartei aufgrund der Blindheit des Mieters vom Vermieter die Erlaubnis zur Haltung eines Blindenhundes erhalten, so kann sich ein anderer(nicht blinder) Mieter nicht auf den Gleichbehandlungsgrundsatz berufen, da die persönliche Ausgangslage eine ganz andere.

Hundeallergien im Haus

Des Weiteren sind Hundeallergien von anderen Mietern ein materieller Grund, der die Verneinung der Hundehaltung rechtfertigt. Inwiefern das Halten eines allergikerfreundlichen Hundes – wie der Portugiesischen Wasserhund einer ist – Abhilfe schafft, ist gerichtlich nicht geklärt. Der Vermieter muss aber im Zweifel handfeste Beweise für das Vorliegen von Hundeallergien im Mietobjekt vorbringen. Dies hat das Amtsgerichts Aachen in einem Urteil entschieden

Auch das Amtsgericht Köln entschied in einem Fall zu Gunsten des Vermieters. (Az 210 C 350/11). Es führt aus, dass das Halten von Hunden ein vertragsgemäßer Gebrauch der Wohnung sein kann, wenn sorgfältig zwischen den Interessen von Mieter, Vermieter und sonstigen Beteiligten abgewogen wurde. Das Urteil finden Sie hier. Es ist eine Einzelfallentscheidung notwendig und die Anzahl, Art, Größe und Verhalten des Tieres spielen bei der Abwägung durchaus eine Rolle. Aber auch die Wohngegebenheiten und Lage der Wohnung haben Einfluss. Nicht ausreichend ist von Seiten des Vermieters der Verdacht, dass aufgrund der Größe der Wohnung eine artgerechte Haltung des Hundes nicht möglich ist.

Benötigt der Mieter einen Blindenhund aus medizinischen Gründen, muss der Vermieter in aller Regel der Haltung in einer Wohnung zustimmen.

Dieser Text ist keine Rechtsberatung. Für die Richtigkeit wird keine Haftung übernommen.