Welpenerziehung

Egal wie klein der Hund noch ist, es ist wichtig frühzeitig mit der Erziehung des Hundes zu beginnen. Denn in jungen Jahren sind Hunde noch extrem lernfähig. Je älter ein Hund wird, umso schwerer fällt die Erziehung. Denken Sie bitte daran, dass die Versäumnisse im Welpenalter sich wahrscheinlich durch die gesamt gemeinsame Zeit ziehen werden. Aus diesem Grund haben wir uns heute der Welpenerziehung gewidmet.


Wie leicht oder schwer ein Hund zu erziehen ist, hängt natürlich von der Erfahrung des Hundebesitzes ab. Aber auch der Anfänger sollte sich intensiv um die Erziehung des Hundes bemühen. Hat man bis dato wenig Erfahrung im Umgang und in der Erziehung von Welpen und Hunden, kann der Besuch einer Hundeschule sehr hilfreich sein. Einerseits trifft der Welpe dort Artgenossen und kann sich mit diesen Austoben. Dies ist für die Sozialisierung des Hundes nicht zu vernachlässigen. Anderseits bietet die Hundeschule unter fachkundiger Aufsicht, die Möglichkeit, die Grundlagen zu erlernen. Dazu gehören Sitz, Platz, Aus, Bei Fuß und Komm.

Freiräume durch die Erziehung des Welpens

Bedenken Sie auch, dass nur eine ordentliche und umfassende Welpenerziehung beim Leben in der Großstadt dem Hund ein Höchstmaß an Freiheit sichern kann. Je besser ein Hund auf sein Herrchen oder Frauchen hört, umso weniger sind diese auf Leinen angewiesen. Gerade, wenn man kein eingezäuntes Grundstück hat und eher im Wald und Parks Gassi geht, ist ein gehorsamer Hund sehr hilfreich. Denn was kann schlimmer für einen Hund sein, als den gesamten Spaziergang an der Leine zu sein? Ebenfalls ungünstig ist es, wenn der Hund den ganzen Spaziergang das Herrchen oder Frauchen an der Leine hinter sich herzieht. Gerade bei großen Hunden kann dies auch äußerst gefährlich werden. Dann macht das Gassi gehen weder dem Mensch noch dem Hund so richtig Spaß.

Also, lieber im Welpenalter bei der Erziehung alles richtig machen, als später das Zusammensein nicht vollständig genießen zu können. Aber welche Tipps und Tricks gibt es bei der Welpenerziehung? Welpenerziehung – auch wenn es vielleicht erstmal bisschen eigenartig klingen mag – fängt schon bei der Auswahl des Jungtiers an. Normalerweise – und das ist zutiefst menschlich – führt man sich bei Auswahl des Hundes beim Züchter zu den Tieren hingezogen, die sofort neugierig auf die neuen Besitzer zu laufen. Natürlich ist es süß, wenn so ein putziges Hündchen neugierig angetappst kommt und gleich Kontakt aufnimmt. Es ist auch ganz menschlich, wenn Herrchen oder Frauchen sich dadurch geschmeichelt fühlen und eine besondere Bindung zu dem Tier spüren. Beim Hundekauf sind diese emotionalen Aspekte natürlich von Bedeutung. Aber was ist jetzt eigentlich geschehen? Wahrscheinlich sind Sie nicht der erste Interessent. Der Welpe war einfach nur neugierig auf die fremden Leute. Eine besondere Bindung oder Beziehung von Seiten des Welpens daraus abzuleiten, ist die menschliche Betrachtungsweise. Bei einem solchen Verhalten des Hundes ist es viel vernünftiger davon auszugehen, dass der Kleine ein sehr aufgeweckter, neugieriger und mutiger Hund ist. Dies sind per se natürlich keine negativen Eigenschaften – im Gegenteil: Für manchen Hundebesitzer ist das genau das Richtige, wenn man die richtige Erfahrung hat und Konsequenz bei der Welpenerziehung an den Tag legt. Aber gerade für Anfänger oder Leuten, die noch nicht so erfahren im Umgang mit Hunden sind, kann dies schon schwieriger werden. Fragen Sie sich, ist vielleicht der Welpe, der sich eher beim Muttertier aufhält, vielleicht nicht die bessere Wahl? Auch wenn dieses Vorgehen kein Patentrezept liefert, kann man ja auch sich beim Züchter erkundigen, welcher Welpe eher ruhiger und zurückhaltender ist und welche die Draufgänger: Ein ruhigerer, weniger neugierige Hund wird eher bemüht sein, sie als neues „Muttertier“ oder „Rudelanführer“ anzuerkennen und Ihre Nähe suchen – gerade im Welpenalter. Dies können Sie dann nutzen, um weitere wichtige Lektionen dem jungen Hund beizubringen.

Welpenerziehung beim Gassi gehen

Weiterhin trifft man bei vielen Hundebesitzern die Auffassung an, gerade Welpen müssen übergebührlich beschützt werden. Richtig ist, dass Sie der Mutterersatz sind und uneingeschränkt für das Wohlbefinden des Hundes verantwortlich sind. Dies muss Ihnen als Hundebesitzer klar sein und steht absolut nicht zur Disposition. Aber was sind die Konsequenzen daraus? Im Prinzip gipfelt es in folgende Frage: Müssen Sie immer da sein von der Welpe ist oder muss der Welpe immer dort sein, wo Sie sind? Die richtige Antwort ist Letzteres. Natürlich sollten Sie immer wissen, wo Ihr Hund gerade ist, aber – das ist die wichtige Lektion – der Hund muss immer denken, dass er selbst aufpassen muss, wo Sie sind und nicht umgekehrt! Gerade bei weniger mutigen Hunden kann man diesen Grundsatz einfacher herstellen. Wir weisen daraufhin, dass dieses Verhältnis ab der ersten Woche, in der das Tier in Ihrer Verantwortung liegt, hergestellt werden muss. Gerade bei Welpen wird das Bedürfnis, in der Nähe der Schutzperson sich zu befinden, sehr ausgeprägt sein. Dies soll ruhig genutzt werden. Gehen Sie ruhig voran und beachten Sie Ihren Welpen nur flüchtig beim Gassi gehen. Fällt der Welpe zurück, versuchen Sie den Blick abzuwenden und gehen Sie langsam weiter. Rufen Sie nicht beim Zurückbleiben des Tieres – sondern erwecken Sie den Anschein, dass Sie den Hund nicht beachten. Wenn Sie dies konsequent durchführen, sollte der Hund sehr schnell merken, dass er aufpassen muss, wo Sie sind und nicht umgekehrt. Warum sollte man damit im Welpenalter anfangen? Ganz einfach, wenn der Hund größer ist, kennt er sein Revier und ist nicht mehr so abhängig von Ihnen. Dann so etwas durchzusetzen wird schwierig. Was macht man, wenn der Welpe trotzdem nicht kommt? Natürlich muss man als Hundebesitzer im Gefährdungspotential für den Welpen abschätzen. Aber wenn es sich anbietet, kann man sich verstecken. Im Idealfall wird der Hund schnell merken, dass Sie verschwunden sind. Dann verfällt Ihr Hund in leichte Panik und wird sich bemühen Ihnen hinterher zu laufen. Wenn der Hund in Ihre Richtung läuft, dann lassen Sie ihn ruhig an Ihnen vorbeilaufen und geben sich durch Rufen erst zu erkennen, wenn der Hund an Ihnen vorbei gelaufen ist. Die Freude bei Herrchen und Hund wird jetzt sehr groß sein, da man sich wieder gefunden hat. Es ist wichtig, dass Sie sich jetzt freuen und ihren Hund loben. Wiederholen Sie dies immer, wenn Sie den Eindruck haben, Ihr Hund ist nicht aufmerksam genug und die Lücke zwischen Ihnen und dem Hund ist zu groß geworden.

Sie merken schon diese Methode ist darauf ausgelegt, auch ohne Leine mit dem Hund Gassi zu gehen. Im Welpenalter muss der Hund beides Lernen: Leine tragen aber auch Gassi gehen ohne Leine. Beachten Sie dies und planen Sie so Ihre Touren.

Mit oder ohne Leine?

Apropos Gassi gehen mit Leine: Grade am Anfang haben Welpen dagegen meist eine gewisse Abneigung. Da müssen Sie als Besitzer durch. Es ist wichtig, dass der Hund im Rahmen der Welpenerziehung lernt, dass er nicht an der Leine ziehen darf. Dies wird am Anfang vielleicht eine etwas nervenaufreibende Angelegenheit für Sie – aber es ist wichtig. Akzeptieren Sie es nicht, wenn Ihr Hund an der Leine zieht und antworten Sie durch promptes Stehen bleiben. Warten Sie solange bis der Hund den Zug aus der Leine nimmt und dann gehen Sie erst weiter. Sobald der Hund wieder anzieht: Stehen bleiben und warten bis der Hund den Zug nachlässt. Ist am Anfang echt nervig und ein langwieriges Unterfangen und Zeitaufwendig, aber nehmen Sie sich bitte die Zeit – Sie werden es nicht bereuen.

Egal ob mit oder ohne Leine: Es ist immer hilfreich, wenn ein Hund an Bordsteinkanten anhält und auf Ihren Befehl zum Weiterlaufen wartet. Üben Sie das bei jeder Bordsteinkante! Halten Sie an, warten Sie einen Moment und geben Sie dann das Kommando zum Straßenseitenwechsel.

Die Welpenerziehung in der Wohnung

Aber auch zu Hause geht die Welpenerziehung weiter. Es gibt viele Kleinigkeiten, die man machen kann. Das wichtige Stichwort im dem Zusammenhang ist Impulskontrolle. Fangen wir beim Füttern an: Bereiten Sie das Hundefutter vor und stellen Sie es auf den Boden. Eine weitere Person hält in der Zwischenzeit den Welpen zurück. Der natürliche Instinkt des Hundes ist es, sofort loszustürzen. Das soll unterbunden werden. Ähnlich wie im Rudel fressen die ranghöheren Tier zuerst und der Rest muss sich gedulden bis diese fertig sind. Da Sie wahrscheinlich keine Lust habe, das Hundefutter tatsächlich zu essen, begnügen wir uns mit Halten. Halten Sie oder ein Familienmitglied den Hund solange zurück bis der Impuls nachlässt. Dies dauert am Anfang bisschen, wird mit der Zeit aber besser. Hat das Bedürfnis des Hundes zum Futter zu Rennen nachgelassen, dann sagen Sie „Los“ und lassen den Hund frei. Widerholen Sie das bei JEDER Fütterungszeit. Das Ziel ist es, dass Ihr Hund auch ohne Festhalten auf Ihr Kommando zum Losfuttern wartet. Die Fütterung ist immer ein schönes Thema bei der Welpenerziehung. Hier noch ein paar Grundregeln: Essen Sie nicht gleichzeitig mit dem Hund. Es gilt die natürliche Rangfolge einzuhalten. Akzeptieren Sie es nicht, dass der Hund bei Ihren Mahlzeiten bettelt. Füttern Sie den Hund während Ihrer Mahlzeit unter keinen Umständen vom Tisch aus.

Schaffen Sie Tabuzonen

Weitere nützliche Lektionen betreffen Sofas und Tabuzonen. Es ist gut, wenn die Sofas und Betten in Ihrer Wohnung Tabu sind für den Hund. Erhöhtes Liegen auf dem Sofa oder dem Bett signalisiert dem Hund eine höhere Stellung im Rudel als er eigentlich haben sollte. Eine letzte Maßnahme zur Impulskontrolle betrifft Tabuzonen. Ihr Hund muss lernen, dass er nicht überallhin darf. Erklären Sie bestimmt Räume zu Tabuzonen, die der Hund NIE betreten darf. Geeignet wären die Toilettenräumlichkeiten oder das Bad. Je nachdem wie Ihre Wohnung oder Ihr Haus geschnitten ist. Bitte achten Sie und ALLE Ihre Familienmitglieder, dass jeder diese Verbote vor dem Hund aufrechterhält. Die Welpenerziehung kann nur klappen, wenn für den Hund eindeutig ersichtlich ist, wo die Grenzen liegen und diese auch von allen Familienmitgliedern gemeinsam durchgesetzt werden.

Wo soll mein Hund übernachten?

Gerade im Welpenalter schlafen Hunde – ähnlich wie Babys – meist noch nicht durch. Dies kann eine belastende Zeit für die Besitzer sein. Aber auch wenn Ihr Hund nicht durchschläft, hilft es ungemein der Bindung, wenn Ihr Hund in Ihren Schlafräumlichkeiten übernachtet. Aber natürlich nicht im Bett, sondern mit seiner Decke oder in seinem Körbchen. Wenn es die Sache vereinfacht, kann man sich vielleicht ja mit den anderen Familienmitgliedern abwechseln, sodass man nicht jede Nacht den Hund hat.

Wir hoffen, dass die Ausführungen verständlich waren und Ihnen helfen Ihren Hund zu erziehen. Natürlich sind diese Tipps nicht vollständig und abschließend – aber wir finden diese besonders wichtig, weil es da oft Missverständnisse diesbezüglich beim Hundebesitzer gibt,